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Einsatz im Katastrophengebiet in Kolontár und Devescer

In der Nacht von Montag auf Dienstag startete ein Team vom Sternenhof gemeinsam mit Respektiere um direkt im Katastrophengebiet in Kolontár und Devescer vor Ort zu helfen. Einen ganzen VW-Bus voller Hilfsgüter, dringend benötigte Medikamente, Verbandsmaterial, Decken und Futter für Tiere hatten wir an Bord.

Zuerst ging unsere Reise in die einzige Tierklinik vor Ort nach Vesprém um mit den Tierärzten dort die Situation zu besprechen. Hier werden auch die verletzten Tiere erstversorgt. Bei Hunden zeigte sich die Verätzung erst Tage später. Den schon gewaschenen Hunden ging nach drei Tagen die Haut ab. Mit dem roten Schlamm verschmutzte Enten nehmen bei den ständigen Versuchen sich selbst zu reinigen die giftige Substanz auf. Ob diese somit überleben werden ist fraglich.

Als wir dann direkt in das Katastrophengebiet nach Devescer kamen trauten wir unseren Augen kaum. Wir kannten die Bilder aus den Nachrichten, doch was uns hier erwartete war schlimmer als wir es uns je vorstellen konnten. Das gesamte Gebiet ist auf Jahrzehnte verseucht. Der giftige Schlamm ist von der Fabrik durch die Ortschaft Kolontar geflossen und ungebremst in Devescer, das nur 5 km weit entfernt liegt, angekommen. Hier stand der Schlamm teilweise zwei Meter hoch. Verzweifelt versuchen hunderte Frauen und Männer mit Schaufeln den Schlamm aus den Gärten zu räumen, fast wirkt es wie der Kampf Davids gegen Goliath.

Der erste Weg in Devescer führte uns zum Büro des Bürgermeisters. Von hier wird die ganze Hilfe koordiniert. Wir meldeten uns dort also an und fuhren dann in das zentrale Sammellager, in welchem alle Hilfsgüter gesammelt werden.

Nun begann unsere eigentliche Arbeit. Wir machten uns auf in die Dörfer, machten viele Fotos, sprachen mit den Einheimischen. Dann trafen wir uns mit Tierschützern von „Állatvédelmi Örszem". Wir übergaben ihnen eine Spende damit sie die so dringend benötigten Medikamente und Hilfsgüter kaufen können. Plötzlich ging alles sehr schnell eine Katze und ein verletztes Huhn benötigten Hilfe, verschmiert mit der hochgiftigen Chemikalie. Sie sind einige der wenigen Tiere die noch hier in den Dörfern waren. Der Großteil wurde schon eingefangen und in Kliniken gebracht. Wir sind froh dass wir wieder neue Tierschützer vor Ort kennen gelernt haben und werden auch in Zukunft mit ihnen zusammen arbeiten.

Wir sind entsetzt über die Vorgehensweise der Behörden. Seit nun mehr zwei Wochen fließt ein kleines Bächlein durch den Ort. Er ist dunkel gefärbt - rot, hier lebt nichts mehr. Als wir weiter fahren und sehen, dass dieses Bächlein in einen größeren Fluss mündet und hier auch alles rot gefärbt ist, sind wir etwas wütend. Warum stoppt man nicht diese giftige Brühe? So fließen jede Sekunde weitere tausend Liter giftigste Chemikalien Richtung Donau und verseuchen somit auch die Meere.

Wir haben gesehen, dass hier noch viel Hilfe nötig ist um medizinische Versorgung und ausreichend Futter für die Tiere zu gewährleisten. Wir werden wieder nach Kolontar und Devescer fahren um vor Ort zu helfen.

Bitte helfen Sie uns, denn nur durch Ihre Spende sind solche Einsätze erst möglich. Sie sind es, die den Tieren vor Ort Hoffnung geben.

Spendenkonto: Sparkasse Passau Kto. Nr. 90 773 97 BLZ 740 500 00 Verwendungszweck: "Katastrophenhilfe Kolontar"

Vielen Danke  

Erwin Denkmayr