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Sternenhof leitet und leistet Erste-Hilfe vor Ort in Rumänien im abgebrannten Tierheim von Radu Termure

Erste-Hilfe-Aktion im abgebrannten Tierheim von Radu Termure vor Ort in Rumänien

Ein Kamerateam begleitet das Sternenhof-Team...

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Unser Sternenhof-Team war inzwischen mit vier Leuten vor Ort in Rumänien, um den Tieren im abgebrannten Tierheim Erste Hilfe zu leisten. Wir wollten uns einen Gesamteindruck vom Brand und den Gegebenheiten dort verschaffen. Mit dabei: ein 40-Tonner mit Hilfsgütern, der innerhalb von 3 Tagen in einer beispiellosen Spendenaktion gefüllt wurde. Vielen Dank an alle die dazu beigetragen haben.

Außerdem hatten wir die ersten Handwerker dabei, um zu besprechen wie wir vorgehen, um den Tieren nachhaltig zu helfen. Wir haben gesehen, dass es leider keinen Sinn macht, das abgebrannte Gebäude wieder aufzubauen. Die Schäden sind zu groß... Alles ist bis auf die Grundmauern zerstört, die Mauern stehen nicht mehr sicher!

Die gute Nachricht...

Wir haben jedoch bei der Besichtigung des Geländes eine andere Möglichkeit gefunden, für viele Hunde eine neue Unterkunft zu bauen... Es gibt auf dem Gelände eine große leer stehende Halle, die sich eignen würde. Wenn man diese ausbaut, kann sie einer größeren Anzahl von Hunden Schutz und eine helle, trockene Unterkunft bieten. Mehr dazu, wenn wir mit unserer Planung soweit sind, dass wir damit starten können. Dies wird schon in wenigen Wochen soweit sein!

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Begleitet wurden wir von einem fantastischen Kamerateam von VOX, die mit uns eine neue Serie für „Hundkatzemaus" drehen. (Ausstrahlung Januar/Februar 2013) Wir kennen Rumänien gut. Wir arbeiten seit Jahren vor Ort und wissen um die besonderen Bedingungen dort. Rumänien steckt noch in den Kinderschuhen, was den Tierschutz betrifft.

Um die Situation etwas zu ändern, braucht man die Einwohner in einem Land. Deshalb freuen wir uns immer besonders, wenn die regionalen Medien über unsere Arbeit berichten. Wir konnten ein Interview in den rumänischen Abendnachrichten geben. Wichtig ist, dass sich die Gesamtsituation im Land verbessert. Nur so haben die Straßenhunde eine Zukunft. So wurde zwar vor einiger Zeit glücklicherweise die Tötung von Straßenhunden verboten, die Regierung versäumte es aber gleichzeitig Richtlinien für die Kastration der Hunde zu erlassen. Die Folge: Die Straßenhunde vermehren sich in rasender Geschwindigkeit, die Hunde werden für die Bevölkerung zur Plage, das Leid wächst und wächst. Hier muss dringend etwas geschehen.

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Ein Tierheim mit 600 Tieren

Radu Termure und sein Team leisten wunderbare Arbeit vor Ort. Sie führen einen tapferen Kampf gegen Windmühlen. Dieser Mann ist so oft die letzte Chance für die Hunde und Katzen in Cluj (Rumänien). Radu betreibt das Tierheim mit wenigen ehrenamtlichen Helfern, aus eigener Tasche und den einfachsten Mitteln. Das Tierheim liegt abseits der Stadt Cluj mit 300.000 Einwohnern. Es ist sehr weit ab an einer nicht ausgebauten Straße. Elektrischen Strom gibt es dort nicht.

Ein Tierheim in dieser Größe ist immer eine besondere Herausforderung. Die Eindrücke vor Ort sind sehr schwer in Worte zu fassen. In Tierheimen in einem Land wie Rumänien gibt es leider keine Gassigeher wie in Deutschland oder Österreich. 600 Hunde beanspruchen alle Kräfte vor Ort für die Grundversorgung,
die Reinigung der Zwinger, die Fütterung. All das geht vor, es muss vorgehen, denn das ist lebensnotwendig. Zeit für Streicheleinheiten oder gar Spielchen bleibt kaum...

Wir haben nachhaltige Hilfe versprochen

Wir haben Radu versprochen, zu helfen. Und dank Ihrer Spenden können wir das auch. Noch dieses Jahr werden wir mit dem Bauvorhaben beginnen. Wir werden die neue Anlage so planen, dass sie den Tieren den Alltag vor Ort erträglicher machen wird! Sie werden mehr Platz haben, laufen und spielen können und sie werden auch einen Platz als Rückzug haben. Des weiteren werden wir auch an der bestehenden Anlage
Verbesserungen vornehmen, so dass sich zum Beispiel die Tiere in den Zwingern nicht verletzen können. Damit alle Tiere noch vor dem großen Schnee wieder ein Dach über dem Kopf haben, starten wir sofort. Wir sind bereits dabei die ersten Angebote einzuholen und Helfer zu mobilisieren.

Des weiteren werden wir sicher noch mehr Sachspenden zu Radu bringen. Vor allem wird Trockenfutter gebraucht. Wir haben dort festgestellt, dass Decken und Handtücher überhaupt keinen Nutzen für ihn haben. Der Grund? Radu hat im Tierheim weder Strom noch eine Waschmaschine. Er kann die ganzen Decken also nicht waschen. Wir in Deutschland können uns das schwer vorstellen, doch auf diese Weise verkehren sich gut gemeinte Spenden schnell in eine Belastung für die Menschen und Tiere vor Ort. Wir werden deshalb unsere Sachspenden auf Trockenfutter und Baumaterial beschränken. Davon hat Radu den meisten Nutzen.

Radus täglicher Einsatz für die Tiere

Neben der ganzen Arbeit, die in einem Tierheim anfällt, kümmert sich Radu auch um viele Tiere, die auf der Straße leben. Wir wollten wissen, wie er arbeitet. Gemeinsam mit ihm sind wir mehrere Futterstellen abgefahren und haben die Tiere versorgt. Hier merkt man schnell, dass es den Tieren im Tierheim wesentlich besser geht, als auf der Straße. Im Heim haben die Hunde eine vernünftige Versorgung. Alle
haben zu Fressen, die medizinische Versorgung ist gewährleistet und sie haben ein sicheres Dach über dem Kopf. Gerade bei diesen Temperaturen ist das Leben für die Hunde auf der Straße eine Qual.

Auf dem Weg ins Tierheim entdeckten wir dann einen angefahrenen Straßenhund mit offenem Bruch. Sofort haben wir die Tagesplanung umgeworfen und sind zum Tierarzt gefahren. Diese liebenswerte Hündin war so dankbar für die Hilfe, und hat bei der ganzen Behandlung nicht einmal geknurrt. Welche Schmerzen musste sie wohl ertragen? Sie lag laut Tierarzt wohl bereits ein oder zwei Tage auf der Straße... Radu war für sie - wie für viele andere Tiere dort auch - die Rettung in letzter Not.

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Tiere mit nach Deutschland nehmen?

Das Wichtigste in Cluj ist es, die Situation für die Tiere vor Ort zu verbessern. Jedoch gibt es einzelne Tiere, die in einem solchen Tierheim untergehen - die Nähe brauchen, ein Handicap haben und so im Ausland eine bessere Chance auf Leben haben. Wir werden versuchen, einige Tiere nach Deutschland zu vermitteln. Dies wird allerdings erst geschehen, wenn alle geimpft sind und die nötigen Papiere haben. Außerdem muss der Transport der Tiere professionell geplant werden. Die Reise von Rumänien nach Deutschland ist lang - man fährt mindestens 14 Stunden.

Auch dieses Projekt ist bereits in vollem Gange. Die Planung für einen professionellen Transport nach Deutschland läuft bereits. Dieses achtsame Vorgehen ist auch im Sinne von Radu, dem vor allem das Wohl der Tiere am Herzen liegt. Ob in Deutschland oder in Rumänien - Hauptsache seinen Schützlingen geht es gut.

All dies können wir nur auf die Beine stellen, weil Sie uns unterstützen. Noch einmal ein herzliches Dankeschön dafür von Radu und uns an sie. Bitte helfen Sie uns weiter, gemeinsam können wir Großes bewirken!

Ihr Sternenhof-Team